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Sicher unter Strom bei Naturkatastrophen | Notstromtechnik im Hochwasserpumpwerk Heidenau Nord

Unwetter: Sie sind einer der Hauptverursacher für Stromausfälle. Wie zuletzt dramatisch bewiesen durch die Starkregenfälle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In den letzten Jahren sind extreme Wetterlagen, bedingt durch den Klimawandel, häufiger geworden, und es ist leider zu erwarten, dass sich dieser Trend zukünftig verstärkt.

Die Stadt Heidenau in Sachsen wurde in 2002 durch das Übertreten der Elbe bereits stark getroffen, große Teile des Stadtkerns waren damals überflutet. Um zukünftig gegen derartige Starkregenfälle und Hochwasserereignisse die Bewohner und ansässigen Unternehmen zu schützen, wurde zur Entlastung des Kanalnetzes das Hochwasserpumpwerk Heidenau Nord errichtet. Die 2,5 Kilometer lange Schutzanlage von der Mündung des Flüsschen Müglitz in die Elbe bis nach Pirna soll die Stadt zukünftig vor einer erneuten Überflutung schützen.

Mit jeweils ca. 3 Tonnen Gewicht können die vier Pumpenaggregate jeweils bis zu 2.400 Kubikmeter Wasser pro Stunde aus der Heidenauer Kanalisation abpumpen. So kann das Abwassernetz der Stadt Heidenau bei einem Starkregenereignis um bis zu 9,6 Millionen Liter Wasser pro Stunde entlastet werden. Damit soll Heidenau sicherer werden. Das oberirdische Betriebsgebäude auf der eingezäunten Fläche des bereits bestehenden Trennbauwerkes Nord lässt von seinem Wunderwerk im Inneren nicht viel erahnen: Die Pumpen befinden sich bis zu vier Meter unter der Erde.

Da bei dem Werk kein Anschluss an das öffentliche Energienetz besteht, bestand die Projektaufgabe an die Notstromtechnik-Clasen GmbH, die eingesetzten Pumpen im Falle eines Hochwassers ausschließlich von zwei Ersatznetzaggregaten zu speisen. Eingesetzt wurden hierfür emissions- und verbrauchsarme Dieselmotoren der Marke Volvo-Penta, die allen umweltspezifischen Anforderungen gerecht werden, bei gleichzeitiger, hochverfügbarer Leistung von zweimal 315 kVA. Sobald der Wasserpegel steigt, springen die Ersatznetzaggregate an und versorgen die Pumpen mit elektrischer Energie. Besonders anspruchsvoll im Laufe des Projekts war die Koordination zwischen den einzelnen Gewerken – insbesondere die Abstimmung mit der hoch technologisierten Gebäudeleittechnik, da das Hochwasserpumpwerk später vollautomatisch arbeitet. Nach 15 Monaten, im Zeitraum von März 2020 bis Juni 2021, wurde das Projekt erfolgreich beendet. Heidenau ist zukünftig sicher!

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